von oben sieht sogar der Angsthase klein aus

Klettern in der Kletterhalle Mondsee

Der VitaClub lud zu einem Kletterabend nach Mondsee ein und trotz zittrigen Händen, hab ich meine bessere Hälfte und ein paar Sportklamotten eingepackt, um dem Angsthasen das Fürchten zu lernen.

Angsthase oder Spiderschwein?

Eigentlich ist Klettern und Sport in luftiger Höhe nicht so meins. Eigentlich bin ich eher der bodenständige Typ, aber man muss auch an seinen Fehlern arbeiten. Und daher zähme ich Schritt für Schritt meinen wilden Höhen-Angsthasen. Das ist mit unter ein relativ schwieriges Unterfangen, denn die Angst sitzt bei mir ganz tief und zeigt sich in den unpassendsten Situationen plötzlich. Es kann passieren, dass ich weder vor noch zurück gehe bzw. gehen kann oder auch in nie enden wollenden Tränenausbrüchen.

So unpassende Situationen sind beispielsweise enge Passagen am Weg zum Gipfel, also genau dort wo mich dann niemand überholen kann und ich ganze Seilschaften ausbremse (und mich damit nicht gerade beliebt mache). Es kann auch mal sein, dass ich supermutig auf eine Leiter steige und dann oben bin – gefühlt für die Ewigkeit. Wobei ich glücklicherweise bisher noch immer den Abstieg von der höllischen Dachbodenleiter geschafft und das jedes Mal als großen Sieg feiert habe.

Schritt für Schritt zum Kraxlmaxl

Damit ich nicht irgendwann wie Rapunzel im Dachboden gefangen bin, muss also der Höhen-Angsthase weg. Daher trieze ich mich selbst immer wieder und bringe mich in Panik-ich-sterbe-es-ist-so-hoch Situationen, um diese dann irgendwie zu meistern. Bisher mit Erfolg. Ich konnte schon Wege beschreiten, die früher undenkbar waren. Mein Paradebeispiel ist immer noch die Glocknerbesteigung 2016 (ich weiß bis heute nicht, wie ich das geschafft habe).

Da kam mir schon öfters die Idee, dass Klettern in der Halle ein guter Therapieweg für mich sein könnte. Das Aufraffen dazu fiel mir aber schwer und so kam die Einladung vom VitaClub sehr gelegen.

Also, dann sitze ich da im Auto vor der Kletterhalle und suche noch panisch einen Parkplatz. Man merkt schon, dass es erst Januar ist und die Neujahrsvorsätze noch aktiv sind. Der Parkplatz ist knackig voll und mein Flitzer findet gerade noch so ein Platzerl. Drinnen angekommen werde ich schon von den Klettertrainern begrüßt, meine bessere Hälfte ist auch schon da und nach ein bisschen Laber-Rhabarber geht’s auch schon los.

Und dann ist es soweit

Mein Puls ist jetzt schon in luftigen Höhen, wobei ich noch mit den Kletterschuhen und dem Gurt kämpfe.  Zum Glück geht’s erstmal ans Aufwärmen und dann an die Boulderwand. Juhu, das kann ich… denkste. Nach ein paar bodennahen Probe-Runden, wollte ich eine Route rauf-bouldern (nennt man das so, ich bin noch nicht ins Fach-Latein eingeweiht worden). Versuch 1 habe ich abgebrochen… Angst. Versuch 2 ebenso. Versuch 3 hat erst garnicht so schlecht ausgesehen. Der letzte Griff war zu weit weg und ich hätte irgendwie springen müssen oder mega Affenarme haben. Ich nahm also meinen Mut zusammen (etwa 2,5 Meter über dem Boden) und steckte mich dem nächsten Griff entgegen. Während der eine Arm also immer länger wurde, schwand die Kraft im anderen und dann hat es Wuummms, Boom, Patsch gemacht… wie ein sehr mutiger Maikäfer lang ich dann auf dem Boden. Eine dicke Matte hat mich abgefedert und mir ist nichts passiert. Ich war wahrscheinlich weniger geschockt als die anderen Teilnehmer. Jahrelanges Jiu Jitsu Training sei Dank 😉 kann ich das richtige Fallen auch im Höhenrausch.

Trotzdem war jetzt dann der große Übermut vorbei und meine Finger fühlten sich an, wie 10 Tassen Espresso. Wir gingen weiter zur richtigen Kletterzone. Keine Ahnung wie hoch die Halle ist, aber definitiv zu hoch. Zum Glück hat sich mein Höhen-Problemchen schon durchgesprochen und die Klettertrainerin nahm sich meiner an. Mit einer Engelsgeduld hat sie mir alles erklärt, mich ans Seil geknotet und irgendwie hat sie es geschafft, dass ich einfach so Meter für Meter hochkraxle – fast als hätte ich noch nie etwas anderes gemacht (fast).

Natürlich bin ich nicht ganz hinauf geklettert, man muss ja auch die Welt in einem Tag erobern, aber für mich waren diese ersten Kletterversuche ein großer Erfolg. Mit mehr Übung wird der Höhen-Angsthase wahrscheinlich auch immer kleiner und vielleicht kann ich dann schon bald erzählen, wie dünn die Luft dort gaaanz oben ist. Gerüchteweise habe ich gehört, dass es von ganz oben garnicht mehr fürchterlich ist. Vielleicht sollte ich das nächste Mal ganz ganz hinauf kraxeln und dann hat der Spuk ein Ende? Who knows.

 

Wer jetzt auch mal seinem inneren Angsthasen in den Hintern treten will findet alle Infos zur Kletterhalle in Mondsee hier. Ich werde auf jeden Fall in Zukunft öfters dort unterwegs sein und man erkennt mich an zittrigen Händen und bissl Pipi in den Augen :).

 

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