Rennberichte

Burgenland Extrem Tour 2017

Manchmal läuft es. Manchmal läuft es nicht. Und manchmal läuft es einfach ohne dass man denkt. Genau diesen Zustand möchte ein Läufer erreichen, dass es läuft ohne dass man darüber nachdenken muss.

Gerade wenn die Distanzen länger und länger und länger werden ist es besonders wichtig, dass die Beine laufen und der Kopf frei wird. Beim Burgenland extrem Ultramarathon über 60 km wollte ich genau diesen Zustand erreichen.

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Allgemein

Rennbericht Wings for life run 2016 – Wien

Zum Zweiten Mal habe ich mich dem Catcher Car gestellt und bin mit meinen Laufstelzen so weit wie möglich gelaufen.

Das System des Wings for life runs hat sich ja bereits schon herumgesprochen. Es handelt sich um den allerersten Lauf, der keine fixe Ziellinie hat. Alle Laufen los und werden dann irgendwann vom Catcher Cat eingeholt.

2014 und 2015 findet der Lauf in St. Pölten statt, aber 2016 hat sich der Veranstalter Wien als Austragungsort ausgewählt, denn dort können mehr Starter zugelassen werden. Also fahren wir nach Wien. Davor müssen wir unser kleines Monster noch abgeben und natürlich rechtzeitig losfahren – daher fahren wir um 6:45 los. Read more „Rennbericht Wings for life run 2016 – Wien“

Laufen

Welser Silvesterlauf 2015

Startschuss und los ging’s auf drei Runden durch die Welser Altstadt.

Gerald war natürlich schnell, viel schneller als ich, aber er hat brav mit mir „mitgehalten“ und hat mich hinter sich hergezogen.
Runde 1 war gut, aber die zweite Runde war vom Tempo zu schnell. 4:30 pro km war zu fix und mein Schädel platze gleich. Also einen Gang zurückschalten, durchschnaufen und ja nicht zu langsam werden.
Runde 2 geschafft 🙂 und noch einmal das ganze, dann bin ich fertig – fix und fertig! Mittendrin schau ich mal auf die Uhr: rund 19 Minuten hab ich schon braucht und es sind noch 2 km vor mir. Das geht sich doch nie und nimma aus, oder? Egal, nochmal Zähne zusammenbeißen und die Beine laufen lassen. Im Ziel angekommen habe ich dann 00:23:irgendwas gelesen und war total happy. Es könnte sich unter 23 Minuten ausgegangen sein, immerhin sind viele Läufer vor mir über die Startmatten gelaufen.
Im Endeffekt hab ich dann 00:23:34 gebraucht und bin stolz auf mich, weil ich schneller war als letztes Jahr obwohl ich darauf nicht extra trainiert haben.Auch wenn für mich die Platzierung keine Rolle spielt, so freu ich mich doch über Platz 7 in der Klasse W-20 und Platz 37 unter allen Frauen.

Aber die verdammten 34 Sekunden ärgern mich schon. Hatte ich das gewusst, wäre es sich vielleicht doch ausgegangen? Wer weiß, nächstes Jahr probier ich’s einfach wieder.

Die Veranstaltung war wieder einmal super organisiert, aber auch dieses Jahr ist es garnicht so einfach an Fotos zu kommen. Ich persönlich freue mich immer über Bilder von Wettkämpfen, weils für mich immer eine schöne Erinnerung ist und mich im nächsten Jahr motiviert. Kleines Trostpflaster: Das Fotokistl war hier und man konnte vorher oder nachher ein witziges Foto machen lassen und gleich ausgedruckt mitnehmen. Tolle Idee und das Bilder hängt auch schon auf unserem Kühlschrank.

 

Laufen

was man nicht alles aus einem DNF lernt –…

Meine Bedenken zu diesem Vorhaben hab ich ja schon in einem anderen Blogbeitrag kundgetan. Es war nicht gerade die glorreichste Idee von mir, mal eben noch einen 42-er dranzuhängen. Aber das kennen doch alle, man fühlt sich gut, die Sonne kitzelt einen und man sprüht nur so vor Tatendrang. Auf der Pentek-Seite lacht die Ausschreibung zum Wolfgangseelauf und ohne groß nachzudenken ist man schon auf der Anmeldeseite. Auswahl zwischen 27 und 42 km war irgendwie in einem Zustand der geistigen Abwesenheit auf die 42km gefallen… Schwupps, höchstmotiviert und belustigt hab ich mich zum ersten Marathon abgemeldet.

Nach einigen Tagen kam die Realität. 
Details hier.

Der Tag davor

Mittags hab ich noch ein Brötchen vom Supermarkt gegessen, danach war der Bauch schon irgendwie komisch. Mein erster Gedanke: Mädl, sei doch wegen ein paar km nicht gleich so nervös.

Komischerweise hatte ich abends null Hunger, hab mir dann von Mama noch einen Toast und Salat machen lassen und hab halt trotzdem gegessen. Flaues Gefühl im Bauch blieb und das war schon der Anfang vom Ende. Die ganze Nacht Bauchweh und wenig geschlafen. Schuld war bestimmt nicht Mamas Toast, sondern das eingeschweißte geschmacksbefreite fertig Brötchen vom Supermarkt 🙁 nächstes mal bin ich schlauer.

Der Tag

Trotz wenig Schlaf, undefinierbarem Bauchi und ganz schön viel Nervenflatter bin ich dann halt doch in Richtung Bad Ischl aufgebrochen. Ach… mein Gefühl sagt: „wir probieren’s, es geht um nix, Mädl du bist auch ohne Bauch ganz ganz doll!“

Tolles Gefühl, einfach mal einreden dass der Bauch ein ganz unwesentlicher Teil des Körpers sei. Klar, laufen müssen ja nur die Beine und der Kopf muss wollen. Alles dazwischen ist nur Deko 😀

Gut, egal, Birgit läuft’s schon irgendwie. Wir haben ja auch schon mehr geschafft. Also, volle Kraft vorraus und rein die Schühchen.

Der Start verlief gut, die Strecke ist wunderschön. Nach einigen km ist mir auch nicht mehr so kalt und die ersten Sonnenstrahlen „küssen“ mich. Die Aussicht ist wirklich malerisch. See, Berge, grüne Wiesen mit Kühen und die Sonne vertreibt den morgendlichen Nebel. Allen gefällt die Natur und die Stille, außer zwei Damen (offenbar aus der Gegend um Wien), die sich lautstark über so Unwichtiges wie Tomatenpreise bei Billa, seit wann sie Diät XY machen und und und unterhalten. Die beiden hinter mir halte ich nicht aus. Wenn ich schneller werde, kommen sie gut nach. OK, na dann lass ich mich einfach ein paar 100m zurückfallen. Denkste, die werden auch einfach langsamer… puh. Die zwei Hennen halte ich nicht lange aus.

Zum Glück kommt die erste Labe und ich warte einfach ab bis die beiden vorauslaufen. Endlich Ruhe! <3 Ich, mein Tempo und die Natur – mehr brauch ich heute nicht. Na gut, und die halbe Banane hätte ich auch nicht gebraucht, zumindest mein Magen versucht sich dagegen zu wehren. Erfolglos. Langsam trappsle ich weiter. Das Tempo allgemein finde ich gut und ist iim geplante Bereich 5:45 – 6:00 min/km. Manchmal etwas schneller, manchmal langsamer – Puls passt aber immer.

Es geht voran. Eine Labe nach der anderen hält Wasser, Iso, Tee, Bananen, Äpfel und ein nettes Lächeln bereit. Und urplötzlich stehe ich kurz vor St. Wolfgang. Puh, Kinder wie die Zeit vergeht! Happy und beschwingt laufe ich dem Schwund Marathonis nach und wir machen uns auf den Weg Richtung Falkenstein – dem härtesten Teil der Strecke. Rauf gings langsam aber gut, runter gings schnell.

Wahrscheinlich zu schnell. Unten angekommen musste ich nach etwa 1 km zum ersten Mal eine kurze Geh-Pause einlegen. Der Puls war irgendwo und ging so leicht nicht mehr runter. Ich bin mir nicht zu schade und lasse einige Läufer vor, meine Güte – sollen’s halt blöd reden. Ich weiß, dass noch einiges vor mir liegt.

Wieder laufend weiß ich nun endlich warum der Puls mäckert: Mein Rücken tut weh. Es zwickt erst etwas, aber ich versuche mich im ruhigen Laufschritt weiter auf der Strecke zu halten.

Immer wieder muss ich gehen, meinen Rücken beugen und strecken um dann wieder ein paar Kilometer laufen zu können. Immer mehr und mehr breiten sich die Schmerzen in meine Hüfte und Beine aus. Mir wurde klar, dass ich nie und nimmer meine gewünschte Zielzeit von 4:20:00 schaffen würde. Aber getreu dem Motter: don’t celebrate finish time – celebrate finish line! kämpfte ich weiter. Nach Strobl war es schon unerträglich und ich konnte nur mehr gehen. An eine runde Laufbewegung war nicht zu denken. Viele hatten mich schon überholt – zu viele. Die Schmerzen wurden immer stärker und stärker und ich wusste, dass Weiterlaufen nicht gesund war. Noch ein Griff zu Handy und die Mama anrufen.

Bildschirmfoto 2015-10-19 um 20.30.49

In hockelnder Embryonal-Stellung neben der Bundesstraße haben mich meine Eltern bei Kilometer 35 dann aufgegabelt und nach St. Wolfgang mitgenommen. Aus dem Auto konnte ich die letzten 7-8 km beobachten. Ich hab den Läufern zugesehen, alle hatten mich überholt. Das schlimmste war allerdings, dass ich durch das Ziel Areal gehen musste, den Chip abgeben und meinen Kleiderbeutel abholen. Neben mir tapfere Läufer, die auf eigenen Beinchen die Strecke absolvierte. Da hab ich schon ein kleines Tränchen verzwickt und mich innerlich grün und blau geärgert.

Ach, wenn ich das so schreibe könnt ich mich in’dn Arsch beißen. Eine Dame, die immer mit mir auf gleicher Höhe war ist mit 4:08:irgendwas durchs Ziel. Da hätte ich dabei sein können, wenn mein Körper mitgespielt hätte.

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…

GELERNT HAB ICH ABER WAS:

Auch wenn Bauch und Rücken nicht direkt mitlaufen, so sind sie ja doch mit von der Partie. Darum: Mehr Rumpfkräftigung und mal wieder die Hüfte checken lassen (die ist nämlich etwas „krumm“).

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Der Tag danach

Heute hab ich mir mal meine Aufzeichnungen auf Polar angesehen. Ich war wirklich nicht übel unterwegs. Der Anfange lief echt super.

Ich: Lieber Kopf, hör auf dich zu ärgern. Das war ein super Trainingslauf und du bist jetzt schlauer!

Kopf: ööööhm, ne! Ich mag nicht. Ich wollte ja laufen, aber der olle Bauch und der doofe Rücken haben ja einen auf Zicke machen müssen. Da kann ich nix dafür.

Ich: Gutes Training und nächste Jahr gehts dann locker.

Kopf: Jaja, und dann kommt vielleicht noch der Kleine Zeh und beschwert sich wegen einer Stecknadel-großen mega-ultra-mini Blase, oder wie?! Nein, ich bin der Kopf und ich bin jetzt mal angepisst. Ich wollte ja laufen, das Herz war auch dabei und die Beine sind auch brav vor sind hin gelaufen. Nein nein nein, ich mag nicht mehr. Gute Nacht!

Ja, so in etwa gehts grad in mir ab.

Und nun? Warten.

Warten darauf, dass das Ziehen um Rücken vergeht

Warten auf die Fotos, die von mir gemacht wurden. (auch wenn ich nicht bis ins Ziel gelaufen bin, so kann ja doch ein hübsches Foto dabei sein)

Warten darauf, dass der Frust vergeht und die Freude an dem schönen und lehrreichen Trainingslauf kommt.