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Großvenediger – Mamas erster 3000er

Manchmal braucht man einfach ein bissl extra Motivation. Meine Mama hat immer gesagt, dass sie es nie auf eine Hochtour schafft und das obwohl Gletscher eine faszinierende Anziehung auf sie haben. Tjo, und nachdem wir meiner Mama immer Dinge schenken, die sie nicht haben will, aber eigentlich doch – haben wir ihr zu Weihnachten eine Tour auf den Großvenediger geschenkt. Seither war sie komplett gaga im Kopf und hat sich bestimmt jedes Youtube-Video und jeden Tourenbericht dazu durchgesehen.  Ihr Gemütszustand wechselte zwischen Panik, Vorfreude und ein bissl Schiss.

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Touristen-Wanderung in Courmayeur

Ich habe wohl schon zur Genüge herumgejammert, weil ich dieses Jahr meine großen Ziele absagen musste. Knie hin oder her, mittlerweile lässt es sich schon wieder recht gut laufen und natürlich auch bergsteigen. Trotzdem fand ich es bei unserem Urlaub in Courmayeur schon ziiiemlich schwer, kürzer zu treten. Bei der Umgebung auch nicht verwunderlich.

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Ein Bett im Baumzelt

Irgendwie sind wir schon alle sehr komisch. Wir wünschen uns Inspiration, möchten schöne Träume und wir stellen uns wildromantische Abenteuer vor. Aber dann gehen wir in unsere Bunker, legen uns in einen dunklen, verschlossenen Raum mit der Hoffnung, dass unser Geist von der weißen Wand über unserem Kopf inspiriert wird und uns bunte, aufregende, schöne oder einfach nur entspannende Träume bringt.

 

Auf der Suche nach dem Traum am Baum

Endlich war ich dann wieder fit für kleine Abenteuer und packte meine 7 Sachen, die bessere Hälfte und das Baumzelt von Tentsile ein. Große Berge kann ich leider immer noch nicht erklimmen, aber die Natur „vor der Haustüre“ hat schon so viel zu bieten.

Wer kennt es nicht? Nachts im Wald lauert hinter jedem Busch ein Monster. Es raschelt und whoop schnellt der Puls auf 180 bpm. Im Endeffekt handelt es sich meist nur um eine Waldkatze oder Mister Laubfrosch. Die Waldbewohner haben, wie schon Mama immer sagte, viiiel mehr Angst vor mir, als ich vor ihnen. Mit diesen Worten im Kopf begaben wir uns auf die Suche nach dem Traum-Himmelszelt in den Wald.

Schritt 1: Finde den Wald

Generell ist es garnicht so schwer in Österreich einen Wald zu finden. Viel schwieriger haben wir es uns vorgestellt, die richtigen Bäume zu finden. Diese sollten im richtigen Winkel und Abstand zu einandern sein und die entsprechende Dicke mitbringen. Wie von der Tarantel gestochen, nervös sind wir gewandert und haben vor lauter Wald die Bäume nicht mehr gesehen. Zu groß, zu schief, zu gruselig… für jedes Baum-Trio fanden wir eine Ausrede. Ob uns wohl die Angst packte?
Nein – eigentlich ist es ganz einfach, fast alle Baum-Trios hätten einen perfekten Baumzelt-Platz ergeben. Man kann also fast überall, wo’s Bäume gibt auch Baumzelten. Was man sich beim Baumzelten sparen kann, ist auf den Boden zu achten. Egal ob Schräglage, Wurzeln, Steine, Baumstumpen, Brennesseln oder ein kleiner Bach… man entschwebt diesen Sorgen.
Wir wollten jedoch den Wald und seine Bewohner nicht ganz stören und haben uns bewusst für einen Platz am Waldrand entschlossen.

Schritt 2: Baumzelt-Aufbau

Jetzt heißt’s ran an die Spanngurte und Baumschoner – zum Glück ist die Aufbauanleitung laminiert mit dabei. Im Großen und Ganzen ist es gar keine Hexerei und dauert genauso lange, wie ein normales Boden-Zelt. Trotzdem gibt es eins, auf das man achten sollte. Der Knoten: Er ist eigentlich nicht schwer, aber wenn man ihn falsch macht, plumpst man schnell zu Boden oder man bekommt das Ding einfach nicht mehr auf. Merksatz: Erst Knoten üben, dann Baumzelten!
Wir haben uns nach langem Hin-und-Her dann für die oben-ohne Variante entschlossen. Denn wir wollten, dass uns die Sterne (er-)leuchten. Klingt erstmal kitschig, ist es auch. Und es ist schön. Und entspannend. Und und und und …

Schritt 3: Schlafen

Nach getaner Arbeit, heißt’s erstmal Jausnen 🙂  und dann mit vollem Bauch ab ins Bettchen… ähm: rauf ins Zelt.
Ein bissl schunkert das Baumzelt schon, ähnlich wie bei einer stark gespannten Hängematte. Wenn dann aber mal beide drin liegen, wird’s gemütlich. Bei unserer Baum-Nacht war es ziemlich warm und so haben wir auf Schlafsack und Isomatte verzichtet und uns nur in unsere Hüttenschlafsäcke gekuschelt.
Kaum war das Licht aus, begann es im Wald zu Knistern und Knaxen. Allein hätte ich mich wahrscheinlich zu Tode gefürchtet und wäre wie ein kleines Kind heim zur Mama gelaufen. Aber gemeinsam mit meiner besseren Hälfte war’s ok. Anfangs war ich schon noch sehr hellhörig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an den Wald und kann total abschalten. Der Lärm der Autos ist eigentlich viel beängstigender als das rege Nachtleben der Natur.

Schritt 4: Entspannt aufwachen

Gegen 4 Uhr 30 geht die Sonne auf, der Wald lichtet sich und wer oben-ohne schläft wird wach. Eigentlich ist das garnicht meine Zeit und ich würde mich gern noch mal umdrehen. Aber draußen ist dieser „ich will nicht aufstehen“-Gedanke nicht da und so steige ich entspannt aus dem Zelt.
Komisch eigentlich, dass ich nicht viel öfter draußen schlafe?

 

* An diesem Punkt möchte ich noch mal Danke an Bernhard von lebe-abenteuerlich.de sagen, der uns das Tensile Baumzelt zur Verfügung gestellt hat!