Empowerment, Meditation und Sport

Ja, Empowerment ist der heutige Titel. Klingt nicht gerade nach einem typischen Ultramädchen-Thema. Eigentlich fühlt es sich sogar etwas „ausgelutscht“ an. Immerhin hört und liest man an gefühlt jeder Ecke Schlagwörter wie: Selbstliebe, Gönn dir, Motivation, Empowerment, …

Aber denkste! Wir alle kennen Situationen:

  • in denen man sich überwinden muss
  • es wichtig ist mutig zu sein
  • inspirierende Persönlichkeiten trifft
  • man vielleicht jemanden braucht, der einem beim letzten Schritt die Hand reicht
  • man etwas machen möchte, das einem niemand zutraut
  • oder man gegen Widerstände (im Kopf, der Familie, Gesellschaft) ankämpfen muss.

Ja, etwas in die Richtung haben wir bestimmt alle schon mal erlebt. Männlein wie Weiblein. Denn wir alle lassen uns inspirieren, empfinden Widerstände und Zweifel. Oder? Also mir geht das schon so.

Zweifler an jeder Ecke

Was mir leider immer wieder passiert, kennen vielleicht einige von euch auch:

Immer wenn ich überlege mich zu einem Marathon oder sonst einer abenteuerlichen Erfahrung anzumelden höre ich:

 

„…dass du sowas machst. […] Ist das nicht zu viel? […] Na, als Frau musst du dir doch sowas nicht antun. […] Schaffst du das überhaupt?! [. Zum Glück hast du wen mit, der auf dich aufpassen kann….“

Alles Dinge, die mir auf gut deutsch gesagt die Schneid abkaufen. Auch wenn ich persönlich versuche solche negativen Aussagen nicht an mich heranzulassen, kratzt es trotzdem an mir. Ich denke nicht, dass die Leute solche Zweifel mit einer negativen Absicht sagen, aber es hinterlässt Spuren, wenn immer wieder an einem gezweifelt wird.

 

An Männern wird offenbar weniger gezweifelt

Was auffällig ist, Gerald hat selten bis nie mit solchen Zweiflern zu tun. Bei ihm wird es akzeptiert. Meist wird ihm sogar aufgetragen auf mich doch bitt‘ schön aufzupassen (und das obwohl ich weitaus mehr Erfahrung in Langstrecken-Läufen habe und jährlich um einiges mehr laufe als er!).

Interview mit Claudia Petschnig

Um das Ganze Thema mal aus einer etwas anderen Richtung zu beleuchten und euch auch handfeste Tipps und Tricks auf den Weg mitzugeben, hab ich mir dieses Mal eine Interviewpartnerin ins Boot geholt.

Claudia Petschnig wird mir in diesem Artikel Rede und Antwort stehen. Sie hat mir bereits im Bereich Mentaltraining und Meditation einen sehr schönen Weg aufgezeigt. Claudia leitet in Salzburg ein Zen-Schule, also einen Ort an dem man Meditation erlernen und praktizieren kann. Aber nicht nur das: Sie kennt auch das knallharte Businessleben genauso gut wie die Fitnessbranche. Der Mix aus Zen-Trainerin, Unternehmerin und Fitnesstrainerin macht sie als Person besonders spannend.

Vielen lieben Dank, dass du dir dafür Zeit genommen hast.

Den Werdegang von Claudia und was sie vom Fitnesstrainer zur Meditationstrainerin bewegt hat, kannst du hier nachlesen.

Erwartungen an das Interview

Claudia Petschnig

Meine Frage wurde sehr genau beantwortet und ist für mich persönlich in eine ganz andere Richtung gegangen als erwartet. Für mich war klar, dass die anderen schuldig sind, weil sie mir nichts zutrauen, mir das Abenteuer vermiesen und und und… Meine Erwartungen an die vorgeschlagenen Lösungen von Claudia waren eher so „….lass sie einfach reden… denk nur an dich… vertraue in dich ….“ Aber jaja, so einfach ist das nicht! Man muss sich schon an der eigenen Nase nehmen. 

Ich habe im nächsten Absatz die Quintessenz aus den Antworten zusammengefasst, für alle, die jetzt schon lesefaul geworden sind (tzzzz!). Es lohnt sich auf jeden Fall aber auch hier die gesamte Antwort von ihr durchzulesen. 

Empowerment kommt von sich selbst aus

Also, meine Kernfrage war, warum es mich doch verletzt, wenn Leute zu mir Sachen sagen wie: „dass du sowas machst. […] Ist das nicht zu viel? […] Na, als Frau musst du dir doch sowas nicht antun. […] Schaffst du das überhaupt?! [. Zum Glück hast du wen mit, der auf dich aufpassen kann….“ und wie man damit als Frau/Sportlerin umgehen kann.

Und die Lösung ist eigentlich ganz einfach. Nämlich nicht die anderen sind die Schuldigen, sondern die eigene Interpretation der Aussage ist das Problem. 

Warum die eine oder andere das so empfindet und nicht anders, hat mit ihrer Lebensgeschichte zu tun. Jede lebt in ihrer Welt und hat ihre ganz spezielle Sicht dieser Welt. Das bedeutet, dass wir die Wirklichkeit nicht erfassen können, weil wir in gedanklichen Konzepten und Vorstellungen feststecken.

Perspektivenwechsel: Die Person, die z.B. fragt ob man das den überhaupt schaffe, spricht aus ihrer eigenen Erfahrung. Sie macht sich vielleicht Sorgen und weiß, dass so ein (Ultra-)Marathon kein Kindergeburtstag ist. Wenn ich also auf die Frage nicht sofort unreflektiert reagiere, sondern ganz kurz darüber nachdenke, dann ist es auf einmal nicht mehr negativ, sondern eine total lieb gemeinte Geste. 

Die Wertung ob wir etwas als positiv oder negativ empfinden, ist schon die Wurzel des Übels, warum es uns damit nicht gut geht und unsere Stimmung sinken lässt.

Und ich muss sagen, damit hat sie Recht. Einfach ist das zwar nicht zu glauben, aber irgendwie bringt man sich doch durch sein eigenen Verhalten (in dem Fall durch die Reaktion) in die Situation, dass es sich so anfühlt als ob der andere an einem Zweifeln würde. Rein mit der eigenen Reaktion kann ich die Situation komplett verändern – ganz egal ob derjenige sorgt oder doch nur an mir zweifelt. 

Theoretisch klar, aber praktisch?

Im Nachhinein betrachtet, klingt das alles easy. Beim nächsten Mal einfach kurz Nachdenken und schwups… richtig reagiert und alles ist gut. So einfach ist das nicht. Um Situationen so gelassen und klar zu sehen muss man sich selbst schon gut kennen. Ein gewisser Erfahrungsschatz schadet nicht. Ich denke nicht, dass ich beim nächsten Mal anders reagieren werde, aber im Nachhinein wird mir das wieder einfallen und vielleicht sieht die Welt beim über- oder überübernächsten Mal schon anders aus.

Claudia schwört auf Meditation als Mittel, um sich selbst besser kennenzulernen und Situationen wie diese zu reflektieren. Auch ich habe Meditation besonders als Vorbereitung auf einen Wettkampf lernen und lieben gelernt. 

Mut, warum ticken wir so und Steve Jobs...

Welche Tipps und Tricks sie mir noch verraten hat und ein paar mehr Gedanken zu Mut, warum wir so ticken wie wir ticken und einem Zitat von Steve Jobs MÜSST ihr unbedingt in der langen Form des Interviews hier lesen.

Interview Partnerin

Du möchtest mehr über Claudia erfahren und wissen, wie sie ihren Weg zum Zen gefunden hat? Wirf einen Blick in ihren Lebenslauf.

Claudia Petschnig

Claudia Petschnig

Zendo Leiterin und Sivananda Yoga-Lehrerin – Sanbo Zendo Hallein

Ihre Lebensaufgabe sieht Claudia in der Verbreitung und im Unterrichten von Zen, um vielen Menschen diesen wunderbaren Weg zugänglich zu machen.

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