Beckenbodentraining

Letztes Wochenende durfte ich mich mal wieder etwas fortbilden und zwar beim Workshop „Richtig fit dank Beckenbodentraining“. Klingt erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, oder? Wer von uns macht regelmäßig Beckenbodentraining? Und wer von den Männern hat schon mal einen Gedanken an den männlichen Beckenboden verloren?

Schon mal dran gedacht?

Ich muss mich eh auch selbst an der Nase nehmen. Beckenbodentraining hab ich bisher immer mit alten Menschen, Inkontinenz und vielleicht noch mit Schwangerschaftsgymnastik verbunden. Selbst hab ich maximal beim Yoga mal meinen Beckenboden gezielt „benutzt“.

Aber so fremd ist das ganze doch gar nicht. Jeder spricht über Core-Training und Stabi. Beim klassischen Yoga wird der Beckenboden als Wurzelchakra bezeichnet und in ihm liegt die Lebenskraft und ist das Zentrum des Urvertrauens.  In den asiatischen Kampfkünsten steht „Hara“ für die Körpermitte, dem Bauch und vor allem dem Kraftzentrum. Trotzdem ist der Beckenboden bei uns immer noch ein Tabu-Thema.

Was macht dieser Beckenboden eigentlich?

Ich will jetzt nicht mit den Details anfangen, aber der Beckenboden hat einige Aufgaben. Unter anderem eine sehr wichtige: er macht, dass wir uns nicht anmachen. Groß wie klein. Ganz schön wichtig wie ich finde. Außerdem hält er unsere Organe „in Zaum“ und beeinflusst unser Gleichgewicht. Wenn wir ruhig stehen oder sitzen ist das ja noch keine große Challenge, aber wenn wir springen, laufen oder uns zB beim Krafttraining besonders anstrengen, dann haben die Muskel-Platten „da unten“ ganz schön zu tun.

Wanna try it?

Wer man sehen will wie wichtig der Beckenboden ist, der sollte folgendes ausprobieren:

  • 2 Liter Wasser/Tee in kurzer Zeit trinken
  • Warten bis sich der Tee bemerkbar macht und man aufs Klo will
  • 15 Min warten
  • 10km laufen

Bitte nicht wirklich nachmachen, aber ihr wisst was ich damit meine, oder? Und meine Herren, bei euch ist das übrigens genau so. 

Aber wie trainiert man „das da“ wirklich?

Eigentlich ist es ja ganz easy: Gut trainierter Beckenboden hilft einem stabilen Rumpf und den brauchen wir ja nicht nur für’s Laufen, sondern für jede sportliche Aktivität.
Daher werde ich ab jetzt beim Krafttraining vermehrt auf eine aktivierte Basis denken. Beim Yoga ist das Thema eh allgegenwärtig, aber im klassischen Fitnessstudio oder daheim auf der Matte rückt das in Vergessenheit. 

Einfach gesagt: Man kann fast bei allen Übungen den Beckenboden aktivieren* und damit trainiert man die Region unten rum gleich mit. Dh. man braucht gar keine extra Trainingseinheit, sondern es geht eh in einem mit dem regelmäßigen Stabi oder Krafttraining.

Was?? Stabi macht man regelmäßig, hä?

*Übrigens: Dieses „Aktivieren“ ist nichts anderes als leicht anspannen… man sagt nur aktivieren weil „zwick zam“ halt echt komisch klingt. 😉

klassisches Beckenboden Training

Wer mal eine klassische Stunde „Beckenboden“ besucht, der wird schnell merken, dass es eine verdammt persönliche, um nicht zu sagen intime Angelegenheit ist. Auch irgendwo logisch oder? Immerhin geht’s ja um die Intimzone. Aber keine Sorge, es ist weder grauslig noch unmoralisch oder komisch.

Leider wird momentan ein gezieltes Training des Beckenbodens nur in Verbindung mit Schwangerschaft, Senioren oder bestehenden Problemen gesehen. Ich würde mir wünschen, dass der Bereich des Körpers – wie im Yoga – auch ins alltägliche Sportwesen Einzug hält.

Vielleicht kann man ja auch einen cooleren Begriff dafür finden? Rumpf-Stärkung klingt ja auch um Welten fader als Core-Training 😉

Erfahrungen?

Ich freue mich über eure Erfahrungen, Inputs und Fragen 🙂

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