Post UTMR Blues | Nachwirkungen meines ersten Etappenlaufes

Die Kilometer sind gelaufen, die Höhenmeter wurden von den Oberschenkeln gefressen und das Blumenkranzerl liegt schon wieder in der Schublade. Trotzdem hat der UTMR bei mir Nachwehen hinterlassen.

Ich will ehrlich sein. Mir hat der UTMR ganz schön zugesetzt und wahrscheinlich bin ich nicht die einzige, die mit ähnlichen Dingen nach einer übermäßig anstrengenden Aktion zu kämpfen hat.


Eins vorweg: Hättest dir vorher überlegen müssen […] selbst schuld […] laufen ist gefährlich […] und ähnliche Kommentare hab ich schon gehört, Danke! Das soll kein Gesudere werden, sondern eine Bestandsaufnahme.


Haben fertig – fix und fertig

Der UTMR ist Geschichte und die Zeiten stehen im Garmin Protokoll. Da sollen sie auch stehen bleiben, ich hab eigentlich gar  keine Lust mich mit dem Rennen noch mehr zu beschäftigen. Nicht einmal meinen Rennbericht habe ich bis jetzt geschrieben – schon gar nicht darüber nachgedacht.
Das Ziel in Grächen habe ich vor über einer Woche erreicht und musste hart kämpfen – sowohl körperlich, als auch im Kopf. Und jetzt fühl ich mich irgendwie „unrund“. Ein anderes Wort fällt mir grade nicht ein.

Der Kopf

Mein Kopf ist auf „Dauermüdigkeit“ eingestellt. Ich könnte pausenlos schlafen, Konzentration ist ein Fremdwort und nicht mal die Simpsons im Fernseh’n können mich wach halten. Zum Glück wird der Zustand immer besser und besser, auch wenn’s mich gerade nervt, dass ich noch früher als sonst ins Bett bzw. auf die Couch gehen muss. 

Zum Glück liegt die Lösung auf der Hand

Ich habe spontan aber auch wieder mehr Lust auf Yoga und genieße die Zeiten auf der Matte. Damit kann sich mein Köpfchen beruhigen und kommt aus diesem „Notfall-Modus“ raus. Auf jeden Fall liegt die Matte schon griffbereit und schon 3-4 Mal Sonnengruß reicht. 

Außerdem denke ich, dass ich mich mit den 4 Tagen UTMR schon noch etwas näher beschäftigen muss. Immerhin war das Ding wohl das Verrückteste, das ich bisher gemacht habe.

Die goldene Mitte

Was mich während der Etappen eher weniger berührt hat, hat sich in den ersten Tagen nach dem Rennen als Problem herausgestellt. Mein Magen war/ist gereizt und Essen war immer irgendwie schwieriger als sonst. Ich mein, nach einer großen körperlichen Anstrengung habe ich normalerweise 2-4 Tage lang einen – sagen wir mal – guten Appetit 😉 und verdrücke schon mal etwas mehr als sonst. Dieses Mal war’s eher so: großer Hunger > Essen > Magenweh > Hunger > bissi Essen > Magenweh > Hunger > viel Essen > Magenweh. 

From the beginning

Am Samstag nach dem Rennen gab’s bei der closing ceremony noch eine Gemüse-Lasagne und ich lag die ganze Nacht erstmals mit üblen Magenschmerzen im Bett meiner Jugendherberge. Daraus hat sich wohl eine leichte Magenreizung ergeben oder das war das erste Lebenszeichen einer solchen. Ursachen kann’s viele geben, wahrscheinlich ist’s eine Mischung aus all denen:

  • vom Laufen (Mageninhalt schrubbt an der Magenschleimhaut)
  • von zu viel Cola, Salzbrezerl und Salzkapseln
  • von zu viel Gemüse-Lasagne, die ich wirklich in mich geschaufelt hab
  • vielleicht auch vom Kopf aus, immerhin hat der auch einen Schepps 😉 

In jedem Fall ist dieses Magen-Thema immer noch on board. Es ist zwar bei Weitem nicht mehr so schlimm wie in dieser ersten Nacht in Grächen, aber ich komme auch in keinen schönen Rhythmus meiner Mahlzeiten. 

Falsche Routine

Während des Rennes gab’s viel zu früh morgens ein Zwangsfrühstück, das ich mir runterzwingen musste. Dann wurde gerannt und maximal etwas Schokolade, Kuchen, Salzbrezerln oÄ gegessen. Und abends hab ich dann eine große Portion Nudeln mit allem drum und dran gegessen. Danach gleich ins Bett, damit ich ja ausreichend Zeit zum Erholen hab. Für mich eine arg ungewohnte Routine und jetzt ist das Gefüge durcheinander.

Jetzt ist es so: Zwischendrin sterbe ich förmlich vor Hunger, dann hab ich Bauchschmerzen, dann später esse ich zu viel / zu wenig / zu schnell / zu kalt-warm… also alles was man nur falsch machen kann. Klar findet das der angeschlagene Magen weniger dolle und irgendwie ist es auch ein Teufelskreis.

Lösung: Am Riemen reißen und etwas Schonkost

Ja, das Thema kann eigentlich sehr einfach gelöst werden. Ein Anruf beim Hausarzt, der gibt Entwarnung. Kein Drama und nachdem ich sonst nie Probleme mit meinem Baucherl habe, sollten folgende Punkte die Sache wieder ins Lot bringen:

  • Leichte Gerichte, nicht zu viel Eiweiß
  • regelmäßige Mahlzeiten an fixen Uhrzeiten (streng sein!)
  • nix Rohes wie Gemüse oder Obst

Damit sollte sich mein Körper wieder einpendeln und nach 2-3 Wochen muss ich dann hoffentlich auch nicht mehr darüber nachdenken. Immerhin gibt’s ab jetzt – wie vorher auch schon – ein Frühstück in der Früh, ein Mittagessen zu Mittag und ein Abendessen. Surprise Surprise! 

Wichtig ist, dass ich keine starken Schmerzen habe, sondern sich alles einfach nur unrund anfühlt bzw. ab und an etwas zwickt. Bei konkreten Verdauungsproblemen ab zum Arzt und keine Experimente!

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