Traunsee Bergmarathon 2018

Die 3 „S“ des Traunsee Bergmarathon 2018: Steil, Schlamm und Saugeil

Der Traunsee Bergmarathon geht bei mir quasi vor der Haustüre los und trotzdem hab ich bisher noch nie mitgemacht. Immer war was anderes am Plan – bis jetzt! 2018 war der Bergmarathon einer der ersten, die ich fix in meinem Kalender eingetragen hab.

 

Ich hab mich für die erste halbe Runde des Bergmarathons, also von Gmunden nach Ebensee, angemeldet. Zwischen Start und Ziel liegen etwa 34km und 2.500hm. Der Grünberg zum warm werden, dann geht’s steinig-steil hoch auf den Traunstein und nach einer gemütlichen Forststraße kommt dann der Daxnersteig hinauf zur Spitzelsteinalm. Danach geht’s nur noch runter nach Ebensee und fertig. Klingt doch garnicht so übel, dacht ich mir.

 

Vorbereitung für den Bergmarathon

Ich bin ja ein Held, wenn’s darum geht sich vorab die Strecke genauer anzusehen. Ich merke mir nur meistens die Gesamtanzahl an Kilometern und Höhenmeter. Aber dieses Mal war’s anders und ich bin direkt etwas stolz, dass ich mich so gut vorbereitet hab. Wir haben uns die Teile der Bergmarathon-Strecke genauer angesehen, die wir noch nicht (so gut) kannten. Dazu zählte der Teil zwischen Mairalm und Ebensee und auch den Feuerkogel haben wir bisher eher gemieden, weil da ja anscheinend eh nur Turnschuh-Touris unterwegs sind (hahaha, von wegen :)). Alles in allem dachte ich, dass ich wüsste auf was ich mich da einlasse (und nochmal: hahaha, von wegen :)).

Ausrüstung

Nachdem die Pfilchtausrüstung überschaubar ist: geeignetes Schuhwerk und ein Erste-Hilfe-Paket mit „den notwendigen Gegenständen“ (was auch immer das sein mag, hat der Veranstalter nicht definiert), war das Rucksackpacken eine schnelle Geschichte. Softflask, Erste-Hilfe-Packerl und Handschuhe für’n Traunstein … fertig.

 

Da denkste noch so nach und schwupps geht’s los

Bewaffnet mit Blumen am Schädel, Stöcken und meinem Laufkeidchen stand ich also da… um 4 Uhr 42 vorm Rathaus in Gmunden. Gerald war schon vor fast 2 Stunden los gelaufen, immerhin standen bei ihm 70 km auf dem Programm. Mir hat’s in dem Moment die Schneid abgekauft. Irgendwie wirkten alle so routiniert und ich, ich hätt‘ mir fast in’d Hose gemacht (zu meinem Glück hatte ich ein Kleid an).

In der Nacht hatte es geregnet und das nicht wenig. Überall in der Stadt waren Regenlacken und das heißt, dass es am Berg nicht weniger nass sein wird. Fels, Holz, Wasser, Schlamm sind keine gute Kombi. Ich bin eh so ein Angsthaserl, wenn’s ums bergab Laufen geht und dann auch noch bei solchen Bedingungen vom Traunstein runter. Au Mann!

Zum Glück steigt die Nervösität und bald geht’s los. Schnell noch die Stöcke zambauen und auf in den Startblock. Wir sind überschaubare Gruppe an Startern und in meinem Kopf geht’s schon wieder los: „hoffentlich werde ich nicht letzte!“. Das ist übrigens neben dem Hinfallen meine zweitgrößte Angst.

 

3-2-1…

… und es geht los. Die ersten sprinten wie die Wahnsinnigen davon. Ich merke, dass ich noch müde bin. 3:00 Uhr ist keine Aufstehzeit für mich. Meine Beinchen wissen noch garnicht, was abgeht und spielen erstaunlicherweise gut mit. Rauf auf den Grünberg ist es zwar wie in einem Dampfbad und mir rinnt der Schweiß in Strömen (Achtung, dieses Mal wird hier nicht übertrieben!) den Arsch hinunter, aber es geht recht gut dahin.

Schnell ein Schluckerl an der ersten Labe und weiter geht’s Richtung Traunstein. Auf dem Forstweg kann ich noch gut Meter machen, aber dann geht’s auf die Abscheider in den Wald.

 

Es ist noch halb-dunkel, der Boden ist glitschig-schlammig und ich springe zwischen Wurzeln, Steinen und  Erdlöchern. Mein Kopf raucht: Bei den Lichtverhältnissen sehe ich verdammt schlecht, Downhills sind nicht meine Stärke und verdammt ich hab so viel Angst hinzufallen und mir wieder weh zu tun. Irgendwie komm ich trotzdem voran und stehe nach 1 Stunde und 40 Min bei der Labe kurz vor dem Tunnel beim Traunstein. Schnell ein paar Soletti und Cola und weiter.

 

Traunstein, du Arsch

Unten am Einstieg zum Naturfreunde-Steig der erste Fehler: Der Wechsel zwischen Stöcken und Handschuhe war ein Gezittere und ich hab gefühlt eine Ewigkeit gebraucht. Als ich dann hoch bin, hab ich’s auch noch geschafft den einen Stock so in den Rucksack zu geben, dass mich der Spitz am Nacken kratzt. Also nochmal Stopp und Rucksack richten.

DER Fotospot am Traunstein – Einstieg Naturfreundesteig

 

Jetzt geht’s dann los. Die Wolken werden immer dichter und ich versuche fokussiert zu bleiben. Die Felsen sind patsch-nass und jeder Tritt muss sitzen. Nach der Leiter wurde die Sicht immer geringer und schrumpfte auf 2-5 Meter. Gott sei Dank kenne ich den Weg da rauf und komme gut voran. Der Wind wird auch immer heftiger und es ist wirklich saukalt.

„Aussicht“ am Weg rauf zum Traunstein

Manche bleiben stehen und kuscheln sich in ihre Jacken. Jacke? Ich hab nicht mal eine mit, aber wem kalt wird, der läuft zu langsam. Damit hat sich das Problem dann bei mir auch schnell gelöst. Auffi geht’s und zum Glück ist auch das Naturfreundehaus schnell da. Nachdem ich meine Softflask gefüllt hab, war’s kurz vor 8 Uhr. Schnell noch aufs Klo und dann über’d Moaralm runter.

 

Der Downhill war wieder eine kleine Rutscherei. Mich hat’s einige Male aufm Hintern gesetzt, gefühlt wäre ich 2x fast indn See gfallen und daher ich bin sehr vorsichtig runtergegangen. Wie manche auf der Piste rennen können ist mir ein Rätsel, aber das Risiko muss man wohl eingehen, wenn man den Traunsee Bergmarathon gewinnen will. Anders lassen sich diese Finisher-Zeiten nicht erklären.

 

 

When in Karbach

Unten angekommen hab ich mir gedacht: Ok, das ärgste vom Rennen hast jetzt geschafft. Nur mehr runter nach Karbach und über’d Spitzelsteinalm, dann bist eh schon fertig. Fehler Nummero 2: Der Anstieg da rauf zur Alm ist höllisch gemein und ich sollte eindeutig mehr sehr steile Passagen trainieren. Ich dachte ernsthaft, dass ich aufgebe. Mir war schlecht, meine Beine waren müde und nach einiger Zeit wollten auch meine Arme nicht mehr. Aber was hilft’s? Irgendwie muss ich ja aus dem Steilhang raus. Daher weiterstapfen und eine Fresse ziehen.

 

Als ich dann eeeendlich oben angekommen war, galt es nur mehr die Hochlandrinder-Hürde an der Hütte zu überwinden und dann nur mehr runter nach Ebensee. Und wieder: Schlamm, Gerutsche und einigen Male aufm Popsch landen.

Jo, da kann ich schon wieder grinsen, auch wenn die ganze Rückseite voller Schlamm ist 😀

 

Kurz vorm Ziel dann, ein bekanntes Gesicht <3 Chrisi und die Akira haben auf mich gewartet. Und siehe da: 6h 42min. für den halben Bergmartahon. Ich bin zufrieden 🙂

Happy Finisher Birgit in Ebensee nach 34km

Stolz wie Bolle hab ich mich im Finisherzelt den Bauch vollgeschlagen. Für langes Feiern war aber keine Zeit, denn Gerald war am Weg über den Feuerkogel. Bei der Labstation in der Kreh haben wir uns schon wieder zum Anfeuern getroffen.

Frisch sah er nicht mehr aus (und hat er auch nicht gerochen), aber begleitet vom Max und Lea wurde ihm nicht fad.

//Video vom Handy //

Übrigens: Feuerkogel war auch rutschig, aber Max ist mit Straßenlaufschuhen mitgerannt und hatte Lea an der Leine. Ich nehme mein „mimimimi die Downhills sind so matschig“ zurück!

 

 Und noch mal: von wegen fertig – jetzt geht’s weiter

Nach der Labe in Mühlbach waren Max und Lea KO. Und was mach ich? Schmeiß‘ mich in die dreckig-nassen Laufschuhe und begleite Gerald bis ins Ziel nach Gmunden. Sind ja nur mehr ein paar Kilometer – etwa 18 Kilometer.

Das Beste kommt zum Schluss: Der gemeinsame Zieleinlauf <3

Am Ende des Tages hat Garmin den Geist aufgegeben und ich schätze, dass ich etwas um die 53 Kilometer gelaufen bin. Nächstes Jahr steht der ganzen Runde vom Bergmarathon am Traunsee wohl nichts mehr im Weg!

Besten Dank an Chrisi und Max. Ihr habt uns den Tag sowas von versüßt!

 

 

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