Adidas Terrex infinite Trail Worldchampionships 2019

Die Berghasen haben mich eingeladen, mit ihnen bei den infinite Trails in Gastein mitzulaufen. Lange musste man mich nicht überreden und schwups, waren wir auch schon angemeldet.

Das steht am Plan:

  • Freitag: 20 km mit 1500 hm
  • Samstag: Chillen, Yoga
  • Sonntag: Staffelrennen mit 124 km und 7400 hm

Ok, der Prolog klingt nice. Afterrace Party am Stubnerkogel auch. Noch viel nicer hat sich auch der Samstag in meinem Kopf abgebildet. Trainierte Masseure, die meine müden Läufer-Beinchen durchkneten. Dazu ein Smoothie und abends eine gemütliche Yoga-Einheit, bevor es dann ans Eingemachte geht. Weil Sonntag der 124km-Tag wird: nacheinander werden wir auf 3 Loops geschickt.

Erst eine earlybird-Runde mit etwa 25 km und 1900 hm. Im Anschluss dann 57 km mit flockigen 3400 hm und dann zu guter Letzt 40 km und 2100 hm. Loop 1 hat sich Susi gekrallt. Für mich wäre um 4:00 Uhr loszulaufen sowieso eine Folter gewesen. Über die 57 km hab ich mich dann doch nicht drüber getraut (immerhin steht eine Woche vorher „mozart100 60km“ im Kalender), daher hat sich Vroni für die Monster-Etappe vorbereitet. Für mich blieb dann ein abendlicher Bergmarathon übrig – perfekt!

 

Freitag

Zum Glück ist man von Salzburg aus schnell in Gastein und so sind wir im Berghasen-Mobil nach der Arbeit losgerauscht. Startnummern abholen, ins Hotel Norica einchecken und dann ging‘s quasi schon los. Um 17:00 fiel der Startschuss zum Prolog. Wir haben uns auf ein 20 km langes Vertical Rennen eingestellt. Laut Höhenprofil sollten die ersten 6 km flach sein und dann wird’s steil.

 

„Vertical“ und Party

Mir ging’s erstaunlich gut, obwohl ich grade mal 6 Tage zuvor beim mozart100 60 km (zudem ich noch einen Bericht schuldig bin) gelaufen bin. Also hab ich die motivierten Beinchen ausgenutzt und bin los. Nach etwa 8 km hab  ich mich dann schon gefragt, wann denn endlich der Trail beginnt. Noch mal 3 Kilometer später kam er dann endlich: der Trail <3

Ich schlauer Fuchs hab keine Stöcke mitgenommen und so musste ich mich schon ganz schön plagen um den Stubnerkogel rauf zu kommen. Nach etwa 300hm rief mir ein Streckenposten zu, dass es nur bis zur Mittelstation geht, weil das Wetter so unbarmherzig sei. Ok, warm war’s nicht und etwas Regen kam auch ab und an, aber richtig ekelig empfand ich’s zu dem Zeitpunkt noch nicht. Das sollte sich ändern, als wir ausm Wald raus gelaufen sind.

ultramädchen beim Prolog aiT
Danke an wusaonthemountain.at für’s Foto. Authentischer geht’s wohl nicht 🙂

 

Das Foto von wusaonthemountain.at ist wohl der beste Beweis. Es war kalt, nass und super windig. Zu dem Zeitpunkt war ich schon g’scheid froh, dass das Ziel und die warme Jacke nicht mehr weit waren.

Ein kurzer Sprint auf den letzten Meter, eine Alu-Decke, ab in die Gondel und rauf zur Bergstation. Dort gab’s nicht nur warme, trockene Kleidung und – Gott sei Dank ein Handtuch – sondern auf was fürn Bauch: Spaghetti, Apfelstrudel, Gulaschsuppe… ein bissl Skihütten-Feeling inklusive.

 

Take-it-easy-Samstag

Ergebnisse

Samstag in der Früh haben wir uns die Ergebnisse vom Freitag angesehen.

Ich war mit meiner Zeit eigentlich zufrieden. Klar, ich bin keine Sprinterin, aber eigentlich renn ich immer im Mittelfeld mit. Dieses Mal war ich im Vergleich zu den anderen ziemlich mies. Wenn man sich dann die Ergebnislisten genauer ansieht, dann ist das aber auch nicht verwunderlich. Ein Profi-Läufer nach dem anderen und dazu eine Handvoll „Normalos“.

 

Alle in einem Boot/Topf

Die Finish-Liste vom Freitag bestimmt die Startreihenfolge für das Rennen morgen Sonntag. Nachdem wir halt einfach nur „gerne laufen“ und keine Profis sind, wurden wir dementsprechend weiter nach hinten gereiht. Generell ist sowas ja auch kein Problem, aber wir wurden als reines Damen-Team mit allen anderen in einen Topf geworfen. Ich kenne keinen Wettkampf in dem Frauen wie auch Männer und Mixed-Teams komplett gleich gewertet werden. //an dieser Stelle möge man mich gern aufklären, wenn es Sportarten gibt, wo es so gehandhabt wird.// Das erste Damen-Team war natürlich im Prolog am Freitag auch langsamer als die ersten Männer und so müssen selbst die Profi-Damen einige Minuten (= Strafzeit) hinter den Herren starten.

Das Wettkampf-Format hat sich nicht gerade beliebt gemacht und die Fragezeichen wurden immer größer. Aber, wer mitmacht erklärt sich mit dem Wettkampfmodus einverstanden und that’s it. Gewinnen wollen/werden wir ja sowieso nicht.

 

Genug gesudert – jetzt wird entspannt

Der Samstag hat sich in Summe aber sehr angenehm gestaltet. Erst gemütlich Frühstücken und die Speicher auffüllen. Ein Highlight für mich: Nutella! Ich vermeide Nutella im Alltag, aber in einem Hotel darf’s dann schon mal sein. Herrlich! Mit Schoko und Fett gesättigt haben wir dann das Event-Areal erkundet, uns gleich mal einen Massage-Termin gecheckt und gemeinsam mit einigen Profi-Läufern mini Adidas Schühchen gebastelt. Wie viel Spaß man mit Heißklebepistole und ein paar Stoff-Schnipslen haben kann … unglaublich.

 

No-race-Sonntag

SMS Infos

Um 3:27 Uhr hat mich die erste SMS erreicht: Start wird um 2h verschoben, weil oben am Berg schwerer Schneefall und Nebel ein Rennen unmöglich machen.

Um 5:20 Uhr die nächste Info: Start um 7:00 und es muss in warmen Klamotten und Regenjacke gelaufen werden.

Kurz darauf: Der Start findet fix um 7:00 Uhr statt.

7:11 Uhr dann die finale Info: Kein Rennen, das Wetter ist so krass. Dafür gibt’s für alle einen kostenlosen Startplatz für 2019.

 

Erstmal aufstehen

Ok, auf die Info hin, bin ich dann mal aufm Balkon gegangen und siehe da: es ist frisch. Zumindest in Unterhose und Pyjama-Shirt. Nachdem sich jetzt eh nichts mehr tut, hab ich mich mal in Schale geworfen und bin runter zum Frühstück. Am Tisch gibt’s nur ein Gesprächsthema: Wie schlimm kann es da oben wirklich sein. Webcam gibt’s scheinbar keine, aber der Racedirector war mit‘m Helicopter oben. Der wird schon wissen was gespielt wird.

Und dann stell ich mir die Frage: Wie war den das sonst immer, wenn das Wetter nicht so dolle war? Alternativrouten. Wir mussten dann halt weniger schöne Forststraßen oder auch mal längere Strecken im flachen Gelände laufen. Aber an eine generelle Absage kann ich mich in den letzten Jahren nicht erinnern. Better safe than sorry oder übervorsichtig?

 

Andere Wege führen auch nach Rom?

Aber ich muss auch ganz kritisch die Frage stellen: Wo wurden die Alternativrouten geplant? Immerhin war seit Mittwoch bekannt, dass eine Kaltfront ankommt und dass auf über 2000 Metern Schnee und Kälter auftreten werden.  Auch das Thema Nachhaltigkeit stellt sich mir zweischneidig dar: einerseits wird auf Mülltrennung usw massiv geachtet (was ich sehr sehr gut finde!) aber andererseits muss der Racedirector mit’m Helicopter auf den Gamskarkogel fliegen, wo doch eine Hütte inkl. Wirt und Telefon oben ist.

Aber, ich kann das alles natürlich nicht beurteilen. Ich wäre gern gelaufen und am Vormittag wurde das Wetter dann auch immer besser, es klarte auf und von Schnee war nichts zu sehen. Einige Läufer haben sich dann auf eigene Faust auf den Weg gemacht und keiner fand unlaufbare Verhältnisse vor.

 

Ich bin der Meinung, dass Entscheidungen oder Vorfälle immer einen Grund haben. Wer weiß was passiert wäre,  wenn wir gelaufen wären?! Lieber sudern und in der Therme liegen als mit gebrochenem Haxn aufm Berg.

DANKE

Ein großes Lob muss man an das Orga-Team aussprechen: Der SMS Service hat wunderbar geklappt. Wir wurden rechtzeitig an Termine erinnert und die aktuellsten Infos waren immer griffbereit. Auch wenn ich normalerweise um 3:27 Uhr ungern von meinem Handy aufgeweckt werden, so hat das an dem Tag genau gepasst.

Danke an die Berghasen für’s Mitnehmen <3
Es war ein tolles Wochenende mit euch und ich steh für 2019 gern wieder in den Startlöchern.

 

 

 

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