Blumen- ultramädchen oder doch ein Bub?

Blumenkinder sind Relikte der Hippie-Zeit und erleben modisch ab und an einen kleinen Aufschwung. Nicht selten trifft man mich auf Bewerben auch mit kleinen (oder auch mal ziemlich großen) Blümchen in den Haaren. Warum, wieso und überhaupt? Wir das Ultramädchen jetzt zum Blumenmädchen oder zu einem Bub?

So manch einem ist es schon aufgefallen, meine Haare werden immer noch kürzer und bald renn ich wahrscheinlich mit Glatze rum. Aber keine Sorge, ich bin pumperl g’sund und hab‘s einfach nur satt, auszusehen wie 1000 andere. Außerdem ist Haare abschneiden eine Sucht… immer noch kürzer, noch spannender und noch wandelbarer zu werden.

Das Ganze bringt mehrere Probleme mit sich:

Einige stellen doofe Fragen.

Also ob ich krank, homosexuell oder verrückt bin. Nein, nein, ein bisschen vielleicht!

Manche wollen meinen Kopf anfassen.

Das ist schon etwas spooky, aber großteils hält sich dieser Wunsch inner-familiär und damit kann ich relativ gut leben bzw. sind mir die Hände gebunden. Oder hat es schon mal wer geschafft, einer Mama zu verbieten den Kopf ihres Kindes anzufassen. Na eben!

Und dann kommt das Thema mit dem männlich wirken.

Es ist in unseren Köpfen so einprogrammiert, dass ein kurzer Kurzhaarschnitt mit Männern verbunden wird. Wenn ich dann kein Kleidchen trage, mich wenig schminke oder gar in Kapuzenpulli und Regenjacke unterwegs bin, dann gucken die Leute schon komisch. Noch komischer wird das Ganze, wenn ich an Bewerben teilnehme, möglicherweise nichts pinkes trage und ein Sport-BH sich meist der Gegebenheit anpasst und wenig dazu mogelt. Resultat habe ich vor 2 Jahren beim Linz Marathon erlebt:

Ich laufe bei km 10 in etwa und immer wieder feuern uns die Kinder am Straßenrand an. Und dann höre ich was, das mir urplötzlich die Freude raubt. Ein Kind fragt seine Mama, warum denn der Junge da ein pinkes Armband trägt. Der Junge sollte ich sein, das pinke Armband war mein Glücksbringer. Im Nachhinein war das alles natürlich nicht tragisch, aber als ich mir die Fotos dann angesehen habe, hatte das Kind Recht. Mit dem gerade geschnittenen T-Shirt, dem „ich-lass-alles-verschwinden-BH“ und den kurzen Haaren sah ich mit einem Jungen zum Verwechseln ähnlich.

Ich habe daraus gelernt.

Ich will nicht wie ein kleiner Junge aussehen (und danke Papa, dass du immer noch sagst ich sehe aus wie ein Firmling).

Die Lösung war nahe liegend: Blümchen. Kein kleiner Junge rennt mit Blumen im Haar herum. Und was als einmaliger Gag entstand, ist mittlerweile Tradition geworden. Zu jedem Bewerb gibt’s ein neues Blumenkränzchen – als Motivator, Markenzeichen (?) und beim Durchsuchen der Event-Fotos finde ich mich auch viel leichter.

Also, wenn jemand ein wildes Mädl mit Blümchen in den Haaren bei einem Laufbewerb sieht, dann kommt her. Das bin ziemlich sicher ich :*

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