Kopfverstopfung & -schei*e

Tja, was soll ich sagen. Nicht immer läuft alles nach Plan – und das, obwohl ich dem Plan folge.
Meine Beine laufen, genau dafür hat sie mir der liebe Gott gegeben und für wirklich viel anderes kann ich sie auch nicht gebrauchen. Ok, zum Kicken und sich ab und zu die Zehen anzuhauen, sind sie auch nicht übel. Aber allgemein hat der Mensch seine zwei Beine zu Laufen bekommen. Dass beim Laufen noch eine Menge anderer Körperteile mitspielen habe ich ja schon gelernt. Der Salzkammergut Marathon 2015 hat volle Wirkung gezeigt. Also ist Laufen Bauch, Hüfte, Rücken, etwas Arme und ganz viel Beine. Übrig bleibt eigentlich nur mehr das melonenförmige Teil, das oben drauf sitzt und blöde in die Gegend grinst.

Scheiß Kopf – Kopfscheiße!
Und jetzt haben wir den Salat. Der Melonenkopf reklamiert sich mit hinein und kann einfach alles kaputtmachen. Wenn die Beinchen noch frisch sind, die restlichen Teile der kleinen Birgit top mithalten, aber die Melone nicht will. Dann muss ich dauern pipi, hab Hunger, Durst, es juckt mich am Rücken, meine kleine Zehe zwickt, noch mal pipi und und und… Außerdem wird mir mega heiß, sobald ich stehen bleibe, friert mich wie im sibirischen Winter.
Und was kommt raus: Laufen macht keinen Spaß mehr. Wenn’s keinen Spaß mehr macht, dann kommt klein Birgit auch nicht weit. Schnell werden aus 40 Plan-Kilometern 20 geplagte-Schund-Kilometer. Aus dem Runners High, das fast auf jede Einheit folgt, kommt dann nur mehr ein leidiges In-die-Couch-kuscheln und statt gesundem Appetit kram ich die Schoko-Vorräte vom Wurschti hervor und futter ihm alles weg. All das wegen der verdammten Kopfscheiße!

In diesem Fall muss man das Sprichwort umdrehen: Das Fleisch ist willig, aber der Kopf ist schwach […eigentlich ist er scheiße!].

Lösung?
Dafür gibt’s keine wunder-wuzi Pillen, keinen 10-Schritteplan und auch kein Patent. Ich hätte gerne so einen „flush“-Knopf, der wie eine Klospülung das ganze Gedankenzeugs aus der Melone spült und danach alles wieder frei und sauber ist. Gibt’s nicht. Da hat der liebe Gott wohl nicht mitgedacht, als er mich konstruiert hat.

Ein wahrscheinlich ziemlich schlauer Mensch hat zu mir gesagt, dass alles damit zusammenhängt, dass ich zu viel vorhab. Ich habe zu viel Druck und zu wenig Zeit. Zu viele Erkältungen und zu wenig Laufkilometer. Zu viel Kopfschei*e und zu wenig flush-Knöpfe. Ja, das Wurschti hat recht. Er hat fast immer recht (pssst!). Und seine Lösung: Laufen wie die G[K]atze. Blöde Antwort, aber eigentlich ziemlich schlau. Unser Fellball 1 (Filou) rennt den ganzen Tag quietsch-fröhlich durch den Garten, jagt ein Mäuschen oder zwei, und wenn er nicht mehr mag, dann legt er sich ins Bett und pennt eine Runde. Er hat keinen Stress, keinen Druck und offenbar viel Spaß dabei. Gut, ich werde keine Mäuse jagen und mich wahrscheinlich auch nicht am ganzen Körper abschlecken, aber vielleicht kann ich vom Mr. Fellball ja doch was lernen: Gelassenheit, Planlosigkeit und Freude am Laufen.

 

 

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